Private Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung deckt gegen Zahlung der Prämie das Risiko ab, dass der Versicherte infolge einer vorzeitigen Berufsunfähigkeit seine berufliche Einnahmequelle verliert. Daher ist das Versicherungsunternehmen verpflichtet, bei Eintritt der Berufsunfähigkeit die vereinbarten Versicherungsleistungen zu erbringen. Dabei ist in der Regel eine angemessene Rente vorgesehen, die den regelmäßigen Verlust des Arbeitseinkommens auffängt.

Vertragsgrundlagen sind die Bedingungen der Berufsunfähigkeits- und Zusatzversicherung, kurz BUZ, sowie ergänzend die Vorschriften der §§ 172 bis 177 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

Nach der gesetzlichen Definition ist berufsunfähig, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt oder nicht, ist häufig Zankapfel mit Versicherern und wird leider all zu oft zu umfangreichen Begutachtungen und Rechtsstreitigkeiten führen.

Schon bei Vertragsschluss können entscheidende Fehler gemacht werden! (link zu Artikel Fallen bei Vertragsschluss). So sind Sie als zukünftiger Versicherungsnehmer verpflichtet, Gesundheitsfragen bei Vertragsschluss wahrheitsgemäß zu beantworten. Anhand dieser Angaben kann der Versicherer einschätzen, ob er eine Versicherung so abschließen will. Vielleicht wird er einen Risikoausschluss oder eine höhere Prämie vereinbaren.

Vielfach klären Versicherungsvermittler schlecht auf über die Bedeutung falscher oder unvollständiger Angaben bei den Gesundheitsfragen oder verharmlosen sie gar. Fehlerhafte Angaben fallen zunächst Niemandem auf. Wird später jedoch ein Leistungsantrag (wegen Eintritt einer Berufsunfähigkeit) gestellt, prüft der Versicherer sehr genau, ob möglicherweise unterlassene Angaben im Rahmen der Gesundheitsfragen bei Antragstellung die Möglichkeit eröffnen mittels Anfechtung des Vertrages leistungsfrei zu werden.

Allerdings gibt es hier viele hilfreiche Instrumente, beispielhaft genannt sei hier etwa die Beweislast im Prozess, die Zurechnung des Wissens des Vermittlers bis hin zu den Nachfrageobliegenheiten des Versicherers. Dies können Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen. Es geht hier allerdings um sehr spezielle Institute, die zum Teil richterrechtlich ausgearbeitet wurden und von der Rechtsprechung und Lehre ständig weiterentwickelt werden.

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