Privathaftpflicht

Die private Haftpflicht stellt den Versicherungsnehmer und die mitversicherten Personen von den wirtschaftlichen Folgen ihrer gesetzlichen oder vertraglichen Haftpflicht gegenüber geschädigten Dritten finanziell frei. Daneben schuldet der Versicherer noch eine andere wichtige Leistung, nämlich die Abwehr unberechtigter Ansprüche gegen den Versicherungsnehmer. Die betrieblich versicherten Haftpflichtrisiken für Unternehmen finden Sie hier (link).

Unter Haftpflicht versteht man die Belastung mit einem Schadenersatzanspruch bei der Verletzung fremder Rechtsgüter. Versichert sind Personen- und Sachschäden bzw. Vermögensfolgeschäden. Reine Vermögensschäden sind nicht versichert. Die Abgrenzung ist zum Teil kontrovers und damit Streitthema mit Versicherungen. Folgenden Versicherungen werden auch dazu gezählt:

Haus- und Grundstückshaftpflicht, Tierhalterhaftpflicht, Gewässerschadenhaftpflicht, Jagdhaftpflicht, Bauherrenhaftpflicht, Wassersportfahrzeug-Haftpflicht.

Bei der Haftpflichtversicherung handelt es sich nicht um eine Allgefahrenversicherung; dies bedeutet, dass immer nur die exakt im konkreten Versicherungsvertrag beschriebenen Risiken abgedeckt sind. Dass es dabei zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer Meinungsverschiedenheiten um die Auslegung der versicherten Risiken gibt, versteht sich. Dies gilt ebenso für die Leistungsausschlüsse, z. B. für sogenannte Allmählichkeitsschäden, die etwa durch allmähliche Einwirkungen natürlicher Einflüsse entstehen können.

Haftungsnormen aus dem öffentlichen Recht fallen grundsätzlich nicht unter den Versicherungsschutz. Hier gibt es viele Streitfragen zu den mannigfaltigen Ausnahmen.

Bei Vorliegen eines Haftpflichtfalles hat der Versicherer eine Regulierungs- und Prozessführungsvollmacht. Dies bedeutet, dass der Versicherer alle zweckmäßigen Handlungen durchzuführen hat, die die Regulierung oder Abwehr des Anspruchs betreffen. Umgekehrt muss der Versicherungsnehmer das hinnehmen und dies sehr ernst nehmen. Diese Vollmacht endet jedoch, wenn der Versicherer leistungsfrei sein will. Spätestens hier kommt der unabhängige Rechtsanwalt ins Spiel. Dieser kann spätestens dann gegen den Versicherer vorgehen.

Wichtig sind auch hier die Obliegenheiten (Pflichten) des Versicherungsnehmers vor, bei und nach einem Schadensfall. Zu beachten ist insbesondere die Pflicht, einen Schaden unverzüglich, spätestens nach einer Woche anzuzeigen. Fehler, die hier gemacht werden, können zum vollständigen Anspruchsverlust führen.

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